Akupunktur

Die Akupunktur beruht auf der Annahme, dass der menschliche Körper (und übrigens auch der aller anderen Säugetiere) von einem System sogenannter Meridiane durchzogen ist, die eine Art Lebensenergie leiten. Dieses "Qi" (Sprich: tschi; auf japanisch "ki") konnte bisher weder als Substanz noch als elektrischer Impuls o.ä. gemessen werden. Allerdings haben französische Wissenschaftler mit dem Isotop Technetium 99 die Existenz der Meridiane nachgewiesen. Ein erneuter Beweis gelang mit einer Wärmebildkamera. Die Meridiane finden sich mit genau diesem Verlauf auf mehrere tausend Jahre alten Darstellungen des menschlichen Körpers aus dem asiatischen Raum. Zu den Grundideen der Akupunktur gehört das Verständnis des Körpers als einem labilen Gleichgewicht der gegensätzlichen Kräfte Yin und Yang. Yin bedeutet das Weibliche, die Substanz, das Dunkle, das Innere, die Ruhe; Yang steht für das Männliche, die Arbeit, das Helle, das Äußere und die Bewegung. Keines von beiden ist jedoch absolut: Beides enthält jeweils das Andere, eins geht ins andere über. Yin und Yang können nicht unabhängig voneinander bestehen, sie ergänzen sich. Allen ist die Monade bekannt (s. rechts).
Eine weitere Grundlage dieses Systems stellen die fünf "Elemente" dar: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall (in dieser Reihenfolge). Jedes Element "ernährt" das nächste, und eins kontrolliert ein anderes. Die Organe, Funktionen, Substanzen des menschlichen Körpers, selbst die Gefühle oder beispielsweise die Jahreszeiten sind diesen Elementen zugeordnet.
Jeder Meridian versorgt nun das Gebiet, durch das er fließt und das Organ, dessen Namen er trägt (Lungenmeridian, Blasenmeridian usw.). Er steht jeweils mit anderen Meridianen in Verbindung und Abhängigkeit. Es gibt Meridiane mit Yin- und solche mit Yang-Charakter. Akupunkturpunkte sind Stellen auf den Meridianen, an denen das Qi am besten erreichbar ist.
Sticht man nun eine Nadel für eine bestimmte Dauer in eine bestimmte Tiefe und Richtung, kann man den Qi-Fluss steuern. Man kann den Qi-Fluss auf diese Weise anregen, aber auch beruhigen. Das Qi kann in seine physiologisch richtige Richtung gelenkt werden. Fließt Qi richtig, dann fließt auch Blut richtig, und die Körperfunktionen sind optimal - der Mensch fühlt sich wohl und gesund (und ist es auch). So kommt es, dass etwa eine schmerzhafte Entzündung der Nasennebenhöhlen mit einer Stimulation an einem Zeh günstig beeinflusst wird, da ein diese Region versorgender Meridian auch den Zeh durchläuft.

Es gibt diverse Spezialgebiete der Akupunktur. Dazu gehört die Schädelakupunktur nach Yamamoto, die Ohrakupunktur oder die Augenakupunktur nach Prof. Dr. Boel.
Ohrakupunktur: Das äußere Ohr bildet gewissermaßen den menschlichen Körper im Kleinen ab, sodass mit kleinen Nadeln oder Dauernadeln (die mehrere Tage dort verbleiben können) z.B. gezielt Erkrankungen bestimmter Organe behandelt werden.
Die Augenakupunktur nach Prof. Dr. Boel wird am Körper und nicht an den Augen durchgeführt. Sie hilft Augenleiden bis hin zur Blindheit zu verbessern oder in vielen Fällen zu heilen. Leider ist das nicht bei allen Augenkrankheiten der Fall.